Pros Veldman lässt kühe problemfrei alt werden

In Laag Zuthem (NL) führen Pros und Jolanda Veldman einen Milchviehbetrieb mit 120 rotbunten Milchkühen. Zusammen mit ihren drei Kindern Tamar, Ruth und Jonathan arbeiten sie täglich mit viel Leidenschaft an einer gesunden, nachhaltigen Herde. Tochter Tamar (18) ist die zukünftige Betriebsnachfolgerin und hilft bereits intensiv mit. Das Durchschnittsalter der Herde liegt derzeit bei 7 Jahren und 9 Monaten.

Pros en Tamar Veldman -uitgel foto

Mit weniger Kühen zu mehr Nutzungsdauer

Pros Veldman hat eine klare Vision: Kühe sollen gesund alt werden können. Nutzungsdauer ist für ihn ein bewusstes Ziel, das sich in allen Bereichen seiner Betriebsführung widerspiegelt. „Ich liebe meine Kühe und überlege gut, bevor ich eine selektiere“, erzählt Pros. „Früher fiel mir das schwer. Dadurch wuchs die Herde und wir mussten 2006 eine neue Stalleinheit bauen.“ Doch dieses Wachstum brachte neue Herausforderungen mit sich. „Mehr Kühe bedeuteten auch länger melken, während wir eigentlich mehr Zeit füreinander wollten. 2021 entschieden wir uns für zwei Melkroboter und reduzierten die Herde von 160 auf 120 Kühe. Das war ein Volltreffer: mehr Ruhe, mehr Komfort für die Kühe und ein klarer Effekt auf ihre Nutzungsdauer.“

Komfort und Balance

„Wir treiben die Produktion nicht auf die Spitze“, erklärt er. „Eine Kuh, die selbst bestimmt, wie viel Milch sie gibt, bleibt gesünder und kann länger mitgehen.“ Auch beim Futter setzt Veldman auf Balance und Einfachheit. Das Grundfutter besteht aus Grassilage und Mais, ohne Nebenprodukte oder übermäßiges Kraftfutter. Das Kraftfutter liegt bei ungefähr 20 kg pro 100 Liter Milch.

Kühe nicht trockenstellen: eine bewusste Entscheidung

Eine besondere Entscheidung auf dem Betrieb: Die Kühe werden nicht trocken gestellt. „Das passt zu unserer Sicht auf Nutzungsdauer“, sagt Pros. „Trockenstellen kann Stress, Mastitis oder eine negative Energiebilanz nach dem Abkalben verursachen. Ohne Trockenstellen bleiben die Kühe in Balance und erholen sich schneller. Unsere Tiere sind selten krank und haben eine sehr gute Widerstandskraft. Für unseren Stall funktioniert dieser Ansatz perfekt. Außerdem bringt er zusätzliche Milch und bessere Gehalte.“

Die Basis liegt in guter Genetik

Für Pros ist gute Genetik der erste Schritt zu nachhaltigen Kühen. „Ein gutes Zuchtprogramm allein reicht nicht“, betont er. „Wir arbeiten seit fast 18 Jahren mit K.I. Samen zusammen und nutzen ausschließlich Jungbullen. Ich setze sie bedenkenlos ein, denn sie stammen alle aus starken, bewährten Kuhfamilien. Meist kaufe ich fünf Portionen je Bulle und so habe ich von fast jedem rotbunten Zukunftsbullen eine Tochter in Milch.“ Er zählt mehrere Namen auf: Celebration, Cordaat Red, Macgyver, Jort Red, Postman Red, Potency Red. „Alles Treffer“, sagt er lachend. Die Ergebnisse im Stall bestätigen für ihn das Vertrauen in diese Zusammenarbeit. „Über Genomics sage ich immer: Die Praxis muss es beweisen. Und genau das macht K.I. Samen, die Praxis bestätigt ihre Zuchtphilosophie.“

Martha 229 und Hermien 226

Die Ergebnisse sprechen für sich. „Unsere älteste Kuh, Martha 229, ist eine Red Impuls Tochter von über fünfzehn Jahren“, erzählt Pros stolz. „Sie sieht noch jugendlich aus, hat gute Beine, viel Balance und ein sehr gutes Euter. Bald kalbt sie zum dreizehnten Mal.“ Auch die exzellente Manhattan Tochter Hermien 226, inzwischen vierzehn Jahre alt, läuft noch aktiv im Stall. „Von ihr haben wir bereits sechs Generationen“, sagt Pros. „Das ist das Schönste: wenn man eine Kuhfamilie fünf oder sechs Generationen lang gesund erhält. Natürlich braucht man auch etwas Glück, dass eine Färse immer wieder ein Kuhkalb bekommt.“

Pros Veldman mit Martha 229 (v. Red Impuls)

Durchschnittliche Abgangsleistung fast zehn Jahre

Die Zahlen unterstreichen die starke Nutzungsdauer. „Das durchschnittliche Abgangsalter der letzten 36 Monate liegt bei 9 Jahren, 8 Monaten und 17 Tagen“, sagt Pros. Doch zufrieden ist er noch nicht. „Das ist schön, aber für mich noch nicht alt genug. Mehr als neunzig Kühe hier sind sechs Jahre oder älter. Unser Ziel ist, dass jede Kuh mindestens fünfzehn Jahre alt werden kann. Wenn Kühe lange mitgehen, braucht man weniger Jungvieh. Das spart enorm viel Kosten und Arbeit.“

Besamungen mit Weißblauen Belgiern

Durch die hohe Nutzungsdauer der Herde kann Veldman es sich leisten, fast alle Milchkühe mit Weißblauen Belgiern zu besamen. „Fast nur die Färsen werden mit Zukunftsbullen besamt. So bleibt der Jungviehbestand klein.“ Diese Strategie passt perfekt zu seiner Rolle als Testbetrieb für Weißblaue Belgier bei K.I. Samen. „Wir hatten alle Kälber der Weißblaue Belgier Bullen hier: Bruno, Jordy, Beer, und viele mehr. Sie liegen sehr hoch beim Geburtsverlauf und haben eine kurze Tragezeit. Dadurch kalben die Kühe leicht und ohne Probleme. Das ist ein Gewinn für Kuh und Kalb.“

Stolz und Zukunft

Pros blickt zufrieden auf das zurück, was er aufgebaut hat. „Kühe, die problemlos alt werden, darauf bin ich stolz“, sagt er. „Diese Art zu arbeiten passt zu mir. Wir arbeiten mit Ruhe und Freude.“ Am meisten stolz ist er jedoch auf seine Familie. „Es ist schön, dass unsere älteste Tochter Tamar den Betrieb übernehmen möchte“, sagt er lächelnd. „Dann weiß man, dass all die Jahre des Investierens in Nutzungsdauer nicht nur in den Kühen stecken, sondern auch in der Zukunft des Betriebs.“